Ein echtes Erlebnis – GENObarcamp goes USA

Ein echtes Erlebnis – GENObarcamp goes USA

Ein echtes Erlebnis

GENOBarcamp bei Microsoft

Beitrag von Frank Kleinert

Die erste GenoBarcamp Learning Journey fand vom 22. bis 29. April 2016 statt. Die Reise führte uns in die USA. Genauer gesagt nach Seattle und zum Microsoft Headquarter nach Redmond.

Vor einigen Monaten hat Microsoft die Einladung an das GenoBarcamp adressiert. Neben Flug- und Übernachtungskosten hatten die Teilnehmer keine weiteren Kosten zu tragen und so eine ganz besondere Gelegenheit, neue Informationen, Eindrücke und Inspirationen rund um das Thema Banking zu sammeln. Ziel der Reise war es, zu erfahren, welche Einflussfaktoren und Chancen Microsoft jetzt und in den kommenden Jahren im Finanzdienstleistungssektor sieht. Darüber hinaus wollten wir wissen, wie Banking in den USA funktioniert und welche Trends und Herausforderungen Banken in den USA bewegen. Die Reisegruppe bestand ausschließlich aus Barcampern. Unsere Reisebegleiter waren zwei Kollegen der Firma Microsoft. Im Rahmen meiner Aufgaben als Innovationsmanager für die Fiducia & GAD IT AG hatte ich das große Vergnügen, gemeinsam mit den geschätzten Kollegen von Microsoft die erste Learning Journey zu organisieren.

Zum Glück hatten wir nach dem 11-stündigen Flug nach Seattle Zeit, uns zu akklimatisieren. Die Reise war anstrengender als ich dachte und es wäre unmöglich gewesen, die ganzen Informationen direkt nach der Ankunft aufzunehmen. So hatten wir also zu Beginn etwas Ruhe und damit das Vergnügen, uns ein wenig in der Gegend umsehen zu können und uns etwas mit Land, Leuten, Kultur und Lebensgewohnheiten in den USA zu beschäftigen. Allein das war schon extrem spannend.

Nachdem wir uns akklimatisiert hatten, ging es am Montagvormittag um 7:45 Uhr los. Nach einer Begrüßung durch unseren Gastgeber ging es auch gleich richtig los. Der Microsoft CTO für den Bereich Worldwide Financial Services präsentierte uns die aktuelle Positionierung und die Zukunftsvisionen von Microsoft im Finanzdienstleistungssektor. Diese wie auch alle folgenden Sessions waren weit von den erwartbaren „Werbeblöcken“ oder ähnlichem entfernt. Ich würde sogar sagen, ganz im Gegenteil; Alle Vorträge und Präsentationen waren von der ersten bis zur letzten Minute spannend und informativ. Die Referenten waren erstklassig. Auf alle einzelnen Slots hier einzugehen, würde leider den Rahmen sprengen. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich gern an mich oder einen der anderen Reiseteilnehmer wenden.

Am Mittwochvormittag hatten wir die Gelegenheit, zwei Banken in Seattle zu besuchen. Die Umpqua Bank und die BECU (Boeing Employees´ Credit Union). Beide Institute haben von ihrer Entstehungsgeschichte gewisse Ähnlichkeiten zur genossenschaftlichen Organisation.

Ein echtes Erlebnis

Umqua Bank

Die Umpqua Bank, mit dem Hauptsitz in Portland, Oregon, wurde 1953 von sechs Mitarbeitern der Forstwirtschaft gegründet, um sich für die Finanzangelegenheiten der Mitarbeiter in der Forstwirtschaft einzusetzen. Heute hat die Bank 394 Filialen mit rund 4400 Mitarbeitern im Westen der USA. Nach der Begrüßung durch Danielle Burd (Executive Vice President) konnten wir uns eine der Filialen ansehen. Durch leise Musik war bereits der erste Eindruck etwas entspannter als in anderen Bankfilialen. Neben vielen anderen Eindrücken sind mir zwei Dinge besonders in Erinnerung geblieben: 1:

 

 

 

GENObarcamp on Tour

In jeder Filiale findet man ein silbernes Telefon. Die Bankmitarbeiter nennen es „The Ray-Phone“, denn es verbindet  den Anrufer direkt mit dem „Bank President“ Ray Davis. Die Kunden nutzen die Möglichkeit, sich direkt an den „Big  Boss“ zu wenden – ca. 4 Mal pro Monat. 2: Die Bank legt besonders viel Wert auf die Unternehmenskultur und  Wertschätzung ihrer Mitarbeiter. So kann z.B. jeder Mitarbeiter 60 Stunden seiner Arbeitszeit pro Jahr in  gemeinnützige Zwecke investieren (Social Volunteering). Ein weiterer interessanter Punkt ergab sich in den späteren  Diskussionen. Danielle Burd stellte uns viele Aktivitäten der Bank vor, die den Charakter der Community-Bank    unterstreichen und Kunden binden bzw. neue Kunden werben sollen. Im Verlauf der Diskussionen wurde die Frage  nach der Refinanzierung der Kundenbindungsmaßnahmen bzw. nach den Ertragsquellen gestellt. Nachdem Frau Burd  kurz gestutzt hat, sagte sie: „If the customer is happy after a great experience with the bank, the revenue will come  automatically“. Was für mich persönlich beeindruckend war, ist wohl für jeden deutschen Controller ein Albtraum.

Natürlich vermag ich nicht zu sagen, inwieweit das Marketing war, aber es klang wirklich absolut authentisch, und ich würde mich bei so etwas durchaus als kritischen Beobachter bezeichnen.

Als zweites Institut besuchten wir am Mittwoch Nachmittag die „Boeing Employees´ Credit Union“ (BECU). Sie wurde, ähnlich wie die Umpqua Bank, von 18 Mitarbeitern eines Industriezweigs gegründet, um sich in der Gemeinschaft untereinander zu helfen. In diesem Fall war es nicht die Forstwirtschaft, sondern, wie es der Name schon erahnen lässt, die Mitarbeiter der Firma Boeing. Bei der Gründung 1935 sprach man von einer „Fellowship Credit Union“, wobei Fellowship für Mitglied steht. Ihre Filialen nennen sie „Nighborhood Financial Center“ und der Community-, also Mitgliedergedanke, hat nach wie vor einen hohen Stellenwert. Z. B. können die Besprechungsräume der Bank auch von den Mitgliedern genutzt werden. Im Rahmen von unterschiedlichen Veranstaltungen dienen die Filialen als Treffpunkt der Community.

GENOBarcamp on Tour

Die Lounge-artigen Wartebereiche, von denen es in der von uns besuchten kleinen Filiale drei gab, luden auch ohne Banking zum Verweilen und einem kleinen Plausch bei einem Kaffee ein. Kaffee scheint in den USA sowieso eine große Rolle zu spielen. Man findet überall Automaten für Kaffeespezialitäten. Egal, ob auf dem Microsoft-Campus oder der kleinen BECU-Filiale; Zu jedem Warte-, oder Networking-Bereich gehört auch eine solche Maschine, die Coffee for free and to go anbietet.

Alles in allem war es eine anstrengende, aber in jeder Hinsicht lohnenswerte Reise. Wir haben in sehr kurzer Zeit viele freundliche und inspirierende Menschen kennengelernt, viele interessante Informationen bekommen und die Erkenntnis gewonnen, dass Banking an sich auch in den USA nicht anders funktioniert als in Deutschland. Der Unterschied liegt im Selbstverständnis der Bank und in der Art und Weise, wie die Bank mit ihren Mitarbeitern, Kunden und potentiellen Kunden umgeht.

Unser ganz besonderer Dank gilt hier unserem Partner Microsoft, also insbesondere unseren zwei „Reisebegleitern“, die uns dieses großartige Erlebnis ermöglicht haben und uns auch auf der gesamten Reise mit Rat und Tat und ganz außergewöhnlichen Gastfreundlichkeit jederzeit zur Seite standen.

Bei entsprechendem Interesse wird die Fiducia & GAD auch weitere inspirierende Learning Journeys organisieren, um noch mehr Impulse für das Banking von morgen in die genossenschaftliche FinanzGruppe einzubringen. Stay tuned.

AUTOR dieses Beitrages: Frank Kleinert

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